Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut,
und nichts ist verwerflich, was mit
Danksagung empfangen wird.
1. Tim. 4,4
Liebe Leserin, lieber Leser,
für manche ist es eine Wohltat, für manche eine Bedrohung: ein Raum der Stille. In der Karwoche haben wir den Gemeindesaal in Ranis jeden Nachmittag für einige Stunden zu einem Raum der Stille gemacht. Wer wollte, konnte kommen, eine Kerze anzünden, in der Stille ein Gebet sprechen oder einfach nur da sein. Dankbar sind wir für die Rückmeldungen, die wir bekommen haben. Manche haben das Angebot genutzt, um einfach für ein paar Minuten mal den Kopf frei zu bekommen. Andere haben sich aber auch nicht reingetraut. Keine Zeit!
Keine Zeit? Ich bin mir sicher, es ist nicht die Zeit, es ist der Respekt, wenn nicht gar die Angst vor der Stille. Woher diese Angst? Wenn der Tag mit dem morgendlichen Gedudel des Radioweckers beginnt und mit dem Ausschalten des Fernsehers nach Mitternacht endet, ist kein Raum mehr da, wachen Sinnes in der Stille das zu hören, was nur in der Stille zu hören ist. Wo ich den Raum der Stille betrete, könnte es sein, dass ich auf einmal mich selber höre. Es könnte sein, dass ich aus der Stille heraus die Stimme Gottes höre. Das könnte mein Leben verändern. Und das ist bedrohlich. Nehmen Sie die Bedrohung an.
Ihr/ Euer Pfarrer Joachim Preiser