Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid.
Epheser 1,18 f
Liebe Leserin, lieber Leser,
es gibt Leid, das ist nicht zu verstehen. Sicher, manche versuchen, es zu erklären: "Du wirst schon selbst schuld haben", sagen sie. Oder: "Gott will dich prüfen". Oder: "Die Welt ist halt so." Erklärungen, die schlau daherkommen aber nichts austragen, gar nichts. Wer schweres Leid zu tragen hat, dem nützen hohle Worte wie diese nur selten etwas. Und zuweilen ist der Drang, erklären zu wollen, was nicht zu erklären ist, noch schwerer auszuhalten als das Leid zu tragen, das unerklärbar auf manch eines Schultern liegt.
Die Bibel bietet für dieses Dilemma keine faden "Erklärungen" an. Sie macht Mut, eigene Leiderfahrungen dem entgegen zu schreien, dessen Handeln ich nicht verstehe: Gott selbst. Die Psalmen sind ein Zeugnis dafür.
Und die Bibel richtet dieser Tage den Blick auf den leidenden und gekreuzigten Christus. Er, Gott selbst, leidet, er wird Mitleidender und Leidtragender. Er steht nicht wie ein sadistischer Herrscher über den Qualen, die Menschen erleiden, er erleidet sie selbst. Karfreitag ist der Inbegriff dieser Selbstaufgabe Gottes. Ostern, das Fest der Auferstehung, es wischt nicht alles weg - aber es öffnet den Blick auf die andere Wirklichkeit Gottes. Das Osterfest zeugt von dem Leben, das stärker ist als der Tod, von dem Leben, das Gott uns verheißt - mitten im Leiden, heute und weit über den Tod hinaus.
Ich wünsche Ihnen und euch ein gesegnetes Osterfest,